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Gemeinde Jestetten

Kultusministerin Eisenmann zu Besuch in Jestetten

Artikel vom 30.07.2019

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sprach sich bei ihrem Besuch in Jestetten ausdrücklich für die Stärkung der Grund- und Werkrealschulen aus. „Es war eine Fehlentscheidung, die verpflichtende Schulempfehlung abzuschaffen und es rächt sich heute, dass es an vielen Orten keine Hauptschule mehr gibt“, sagte die Ministerin, denn dadurch sei die Realschule nicht gestärkt, wie eigentlich beabsichtigt, sondern viele Probleme erst geschaffen worden.

Dieser Ansicht schlossen sich Peter Haußmann, Rektor der Realschule Jestetten und Hans Strittmatter, Rektor der Grund- und Werkrealschule, an. Susanne Eisenmann folgte der Einladung von Bürgermeisterin Ira Sattler nach Jestetten, um die Situation der Schulen vor Ort zu diskutieren. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner, die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller sowie der Leiter des Schulamts Lörrach, Hans-Joachim Friedemann waren in den Jestetter Zipfel gekommen.

Die isolierte Lage der Gemeinde im Landkreis macht es den Schulen in Jestetten nicht leicht: das Einzugsgebiet ist eng begrenzt. Nichtsdestotrotz verfügt Jestetten mit der Realschule und der Werkrealschule über zwei weiterführende Schulen. Auch der Gemeinde als Schulträger sind diese Einrichtungen sehr wichtig- im Augenblick werden mehr als acht Millionen Euro in die Schulgebäude investiert.

Architekt Jürgen Osswald informierte die Politiker über die aktuellen Baumaßnahmen. Dabei ging er auf zahlreiche gesetzliche Bestimmungen und die Restriktionen des Denkmalschutzes- speziell im Schulhaus in der Schaffhauser Straße- ein, die die Kosten nach oben treiben.
Bürgermeisterin Sattler forderte die Ministerin auf, der besonderen Situation in Jestetten gerecht zu werden. „Wir brauchen Sonderregelungen, um unsere Schulen dauerhaft erhalten zu können“, forderte die Rathauschefin.

Hintergrund des Besuchs war die Einrichtung der Realschule in Klettgau, die nun in Konkurrenz zu Jestetter Schule tritt. Peter Haußmann erklärte in diesem Zusammenhang, dass in den vergangenen 60 Jahren gute Arbeit an der Realschule geleistet worden sei. Beide Schulleiter beklagten, dass durch die Entscheidung der Politik vor einigen Jahren der Ruf der Hauptschulen nachhaltig geschädigt wurde. Hans Strittmatter unterstrich die Notwendigkeit von Hauptschulen, die mit dem Hauptschul- und Werkrealschulabschluss die besten Voraussetzungen für eine Handwerkslehre bieten würden.
Ministerin Eisenmann sah diese Problematik und verwies auf die Durchlässigkeit der Schulformen. „Mit einem Hauptschulabschluss ist auch das Abitur möglich“, stellte die Ministerin fest und verwies auf eine Änderung des Schulgesetzes im November, die unter anderem eine Stärkung der kleinen Schulen vorsieht.“ (R.Göhrig, südkurier 23.07.2019)

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